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ERKÄLTUNGSKRANKHEITEN


VORBEUGUNG


Wer kennt es nicht, dieses ungute, hilflose Gefühl, wenn`s einen „die Grippe“ erwischt hat. Aber damit es erst garnicht dazu kommt, gibt es schon einige Vorbeugungsmaßnahmen:

ABHÄRTUNG
Das heißt frei nach Pfarrer Kneipp täglich wechselduschen. 1 Minute warm, kurz kalt, Den Schlauch oder den Duschkopf führen Sie vom rechten Bein zum linken Bein rauf bis zur Leiste, dann den rechten Arm und den linken Arm bis zur Schulter Brust, Bauch Nacken Gesicht und Rücken, immer wieder wechseln 1 Minute warm, dann kurz kalt - mit kalt aufhören .Gut mit dem Handtuch abrubbeln und Atemübungen machen. Hände über den Kopf strecken und ein-at-men dann bücken, Hände vorne runter (wenn`s geht) zu den Füßen und aus-at-men. Das ist, mehrmals wiederholt ein guter Muntermacher für all jene die morgens schlecht aus den Federn kommen, weil das den Kreislauf anregt. Regelmäßige Saunabesuche und sich jeden Tag ein- bis zweimal an der frischen Luft bewegen, helfen auch gesund zu bleiben.

ERNÄHRUNG
In der kritischen Zeit im Frühjahr und Herbst können Sie sich von der Ernährung her schützen, wenn Sie nicht zu fett, ballaststoffreich und vitaminreich essen. Wer viel Obst und Gemüse ißt kann da schon sehr gut vorbeugen -  ein Rat, der eigentlich das ganze Jahr über gilt.

ÖLSPÜLUNG
Jeden Morgen vor dem Frühstück einen Schluck Sonnenblumenöl ca 10 Minuten im Mund hin und her bewegen und durch die Zähne ziehen. Das sich dann weißlich verfärbende Öl keinesfalls schlucken, weil`s rausgelöste Giftstoffe enthält. Das hält den Mund und Rachenbereich sauber und hilft überdies bei chronischen Zahnfleischentzündungen.

ECHINACIN
Wen es bei jeder Erkältungssaison mit schöner Regelmäßigkeit erwischt, der sollte von September bis April jeden Tag eine Echinacin Kapsette (Madaus, gibt's in der Apotheke) lutschen oder Echinacin Tropfen in der Urtinktur einnehmen. Das hilft das Immunsystem aufbauen, so daß Bakterien und Viren keine Chance bei Ihnen haben.

LEBENSWEISE
Die beste Vorbeugung ist immer noch eine gesunde und moderate Lebensweise:

Ich habe einmal gelesen, daß  der Mensch  nicht krank wird, der




jeden Tag
einmal schwitzt.
einmal richtig Hunger hat,
und einmal herzlich lachen kann...



 BEHANDLUNG ERSTER SYMPTOME


Was aber tun, wenn das erste Frösteln, das Kribbeln in der Nase oder der erste Halsschmerz signalisiert, daß die Erkältung nun da ist? Keine Panik! Es gibt noch eine ganze Menge gute Tips wie man dennoch davonkommt.
Fröstelt`s, dann hilft nur eines: WÄRME, warmes Wasser und ein warmes Bett

ARMBAD
ein aufsteigendes Armbad fördert die Durchblutung der Schleimhaut im Hals und in der Nase
Dazu die Arme in lauwarmes Wasser tauchen und solange heißes Wasser zugeben wie es erträglich ist- Achtung bei der Zugabe des Heißen Wassers, daß Sie sich nicht verbrühen...

FUSSBAD
ein warmes Fußbad leitet die Hitze aus dem Kopf ab, wenn sich dieser schon heiß anfühlt. Danach warme Socken anziehen.

VOLLBAD
Das aufsteigende (gilt wieder für die Temperatur) Bad mit Meersalz und zwei Tropfen, Fichtennadel-, Thymian- Melissen und oder Eukalyptusöl heizt die Körpertemperatur auf und macht dem Infekt schnell den Garaus. Vorsicht ist geboten, wenn Sie einen labilen Kreislauf haben: dann diese aufsteigenden Bäder in milderer Form (also nicht zu heiß werden lassen) durchführen

EINLAUF
ein lang vergessenes Mittel, vor allem wenn schon Lymphschwellungen und Fieber da sind ist der Einlauf. Dazu braucht man einen Irrigator (gibt's in der Apotheke) 2 l auf Körpertemperatur abgekühlten Kamillentee und ein angenehm warmes Bad. Der Irrigatortopf wird z.B. an der Dusche) aufgehängt, man legt sich in die Wanne und lässt den Einlauf langsam in den Darm laufen . Immer wenn der Wasserdruck zu groß auf die Toilette gehen. Eine bessere Entlastung für den Körper, der sich ja jetzt mit den Krankheitserregern auseinandersetzen muß gibt es garnicht.

SCHWITZEN
Nach diesen Maßnahmen sollte man sofort ins Bett und heißen Lindenblütentee trinken, dem ruhig eine ordentliche Portion Vitamin C entweder als Tablette oder als Zitronensaft zugegeben sein kann. Wohl dem, der dann auf Holundersaft, Huflattichsirup oder ähnliches zurückgreifen kann.
Wußten Sie übrigens, daß eine (echte!) Hühnerbrühe die Interferonbildung im Körper anregt, so daß Krankheitserreger ganz schnell bekämpft werden?

WAS MACHT DER NATURHEILKUNDIGE?
Eine Möglichkeit ist die gekonnte Anwendung von Reflexzonentherapie am Fuß. Im Anfangsstadium kann schnell einer beginnenden Erkältung der Garaus gemacht werden. Sind die Symptome schon etwas heftiger, kann eine intramuskulär  verabreichte  Spritze mit naturheilkundlichen Präparaten oder eine intravenöse Injektion mit Vitamin C  wahre Wunder wirken. In der Homöopathie kann die Wahl des richtigen Mittels auch manche Erkältung noch im Anlauf stoppen. z.B. Aconitum oder Belladonna oder Eupatorium, oder Phytolacca - da kommt es genau auf das Beschwerdebild an. Der erfahrene Homöopath weiß da sicher das richtige Mittel




WENN ES EINEN ERWISCHT HAT


Doch manchmal erwischt einen so eine Erkältung „auf dem linken Fuß“ - Sie sind gerade weit weg von  Badewanne und Bett und da passiert`s: Die Erkältung mit Husten, Schnupfen und Halsweh ist voll da. Doch auch da gibt es aus dem Schatzkästlein der Natur eine Menge Mittel, die schnell wieder fit machen.Gehen wir doch die Symptome einzeln durch:


FIEBER
ist eigentlich keine Krankheit und sollte, solange es nicht dauernd über 39.5 Grad Celsius bleibt, durchaus zugelassen werden. Es zeigt, daß der Körper die Krankheitserreger regelrecht auskocht. Mit Fieber gehört jeder Kranke ins Bett. Meistens ist man ohnehin müde und hat das Bedürfnis sich gesund zu schlafen. Wenn, was bei Kindern leicht vorkommt, die Temperatur über 40 Grad steigt, gebe ich mit gutem Erfolg Aconitum D200 und wenn Schweiß ausbricht Belladonna D200. Diese einfachen Mittel helfen, das Fieber in den meisten Fällen auf ein erträgliches Maß zu drücken. Erwachsene können sich natürlich ebenso mit diesen Mitteln helfen.
Wadenwickel mit Essigwasser (1 EL auf 1 Liter kaltes Wasser) haben schon immer Fieber senken geholfen. Aber Achtung! Nur die Waden kalt wickeln, an die Füße gehören warme Socken oder sogar evtl eine Wärmflasche, sonst geht die Maßnahme an den Kreislauf.
Fieber kann man auch ausschwitzen, das kann man mit Tee oder Gerstenwasser unterstützen. Für den Tee empfiehlt sich
Anisblüten, Lindenblüten und Holunderblüten zu gleichen Teilen
1 EL der Mischung mit 1/4 Liter Wasser anbrühen und 15 Minuten ziehen lassen. Heiß trinken!
oder Gerstenwasser
50 g Gerste werden in 2 Liter Wasser gekocht bis die Hälfte verdampft ist. Dann
2 EL Honig und den Saft einer Zitrone zugeben (Diabetiker nehmen Fruchtzucker statt Honig)

SCHNUPFEN
Anfangs, wenn`s wässerig rinnt und die Nase wund macht, ist Allium Cepa (die homöopathische Zwiebel) in der D30 ein probates Mittel.
Gesichtsbäder sind ein guter Weg die gesamte Nase frei zu schneuzen. Da wird warmes Salzwasser z.B. im Waschbecken vorbereitet und dann das ganze Gesicht in das Wasser getaucht. Im letzten Moment, bevor einem die Luft ausgeht, wird eine ordentliche Portion Wasser durch die Nase hochgezogen und sofort in ein bereitsstehendes (großes!) Tuch geschneuzt.
Wer das nicht mag, wird es mit der Nasendusche versuchen. Da wird Salzwasser durch ein Nasenloch eingegossen  und läuft zum anderen Nasenloch wieder raus. Die Technik erfordert etwas Übung, ist jedoch sehr effektiv, vor allem bei chronisch „Verschnupften“
Nasentropfen können Sie sich auch selber machen
1 gestrichener TL Emser Salz aus der Apotheke wird kurz mit 1/8 Liter Wasser aufgekocht und abkühlen lassen. Diese Salzlösung kann man dann mit der Pipette in die Nase träufeln. In der Apotheke gibt es aber auch fertige Kochsalzlösung, die denselben Zweck erfüllt. Die niedrig dosierte Kochsalzlösung ist sogar für Säuglinge geeignet. Da gibt man noch Sambuccus niger D 30 als aufgelöste Globuli.
Zum Thema  Salzlösung gibt es noch einen Geheimtip gegen das Schnarchen: Schnarcher sollen vor dem Schlafen in jedes Nasenloch eine Dosis Kochsalzlösung mit einem Dosierspray in die Nasenlöcher sprühen. Es soll die Nachtruhe der betroffenen Partner wesentlich verbessern
Bei Schnupfen wird auch als erleichternd empfunden, wenn Engelwurzöl auf dem Nasenrücken verrieben wird. Die Nase ist gleich freier.



Bei Hildegard von Bingen wird ein altes Rezept mit Fenchel und Dillkräutern beschrieben:
1 EL Fenchel und 1 EL Dillsamen auf das Backblech streuen und bei 250 Grad im Backofen erhitzen. Wenn die Kräuter anfangen schwarz zu werden, öffnet man das Rohr und atmet die Dämpfe ein. Das soll ebenfalls die Nase frei machen.                                                                             


HALSWEH
Gurgeln mit Salzwasser (1 TL auf 1/4 Liter Wasser) oder mit Salbeitee dem der Saft einer Zitrone zugesetzt wurde lindert meistens. Der Salbeitee kann auch noch mit Eichenrinde (20 g Salbei und 20 g Eichenrinde) versetzt werden Eichenrinde hat stark zusammenziehende Wirkung und nimmt der Entzündung die Schärfe.
Was auch gut hilft ist Kamillentee mit Butter. Dazu übergießt man 2 TL Kamillenblüten mit 1/4 l kochendem Wasser und läßt das ganze 10 Minuten lang ziehen, seiht es ab und gibt einen Teelöffel Butter dazu. Lauwarm getrunken glättet es den rauhen Hals.
Leinsamen ist innerlich und äußerlich ein guter Helfer gegen das Halsweh. Dazu läßt man 3 EL Leinsamen in einer Tasse mit vollfetter Milch quellen, gibt dann 2 Tassen Wasser dazu und kocht das ganze kurz auf. Mit der danach abgeseihten Brühe kann man gut gurgeln und den übrigen Leinsamen kann man als Packung um den Hals machen
Oft hilft auch ein einfacher Prießnitz-Wickel. Dazu wird ein Leinenlappen in kaltes Wasser getaucht, gut ausgedrückt und um den Hals gelegt. Dann kommt ein Wolltuch drüber und der Wickel bleibt dran, bis er sich vollständig erwärmt hat. Kann öfter wiederholt werden.

HEISERKEIT
Hat sich die Halsentzündung bis zum Kehlkopf ausgebreitet ist es mit der kräftigen Stimme vorerst vorbei. Am besten hilft dann ein Quarkwickel um den Hals, der diese Entzündung schnell abklingen läßt. So wird der Quarkwickel richtig gemacht:
Auf ein feuchtes Tuch wird fingerdick Quark aufgetragen (geht am besten mit einem Messer) Dann wird dieses Tuch über der entzündeten
Stelle (Quarkseite auf die Haut) aufgelegt und mit einem bereitgehaltenen Schal oder Handtüchern festgemacht und bedeckt, damit er sich mit der Entzündungswärme aufheizen kann. 2 Stunden drauflassen und in der Zeit ruhen. Quarkwickel sind universell anwendbar, überall da wo Hitze von einer Entzündung  im Gewebe ist (Bronchitis Brustdrüsenentzündung oder Venenentzündung sind dankbare Gebiete) zieht der Quark die Hitze raus. Zwei Dinge zur Vorsicht! Quarkwickel nie im Gesicht anwenden, denn das darin enthaltene Labferment würde die empfindlichen Lidränder „verdauen“ , was entsetzliche Schmerzen verursacht. und Quark nach der Anwendung wegschmeißen - am besten in die Toilette. Er ist auch für Tiere absolut ungenießbar geworden.

OHRENSCHMERZEN
Bei dem ersten Ohrenreißen hat es sich bewährt den äußeren Gehörgang mit Knoblauchsaft zu betupfen. Knoblauchsaft gewinnt man folgendermaßen: 4-5 Knoblauchzehen mit der Gabel gut zerdrücken und in ein kleines Gefäß, z.B einen Eierbecher drücken. Dann Wattestäbchen hineinstellen und wenn sie sich vollgesogen haben, anwenden. Der Schmerz läßt erfahrungsgemäß gleich nach.
Zwiebelsäcken hinter dem Ohr sind auch ein gutes „Über-.Nacht-Mittel“ Zwiebeln ganz klein hacken und in ein Leinensäckchen geben (ein zusammengedrehtes Taschentuch tut´s auch . und hinters Ohr legen Evtl mit Stirnband befestigen.
Oder ein feuchtheißes Heublumensäckchen hinters Ohr gelegt nimmt den Schmerz ebenfalls
Oder man gibt ein paar Tropfen  körperwarmes Olivenöl oder noch besser Johannisöl ins Ohr
Angenommen, nach einem Spaziergang im kalten Wind haben Sie starkes Ohrreißen, aber  es ist noch kein Mittelohrentzündung - dann helfen auch Ohrkerzen sofort den Schmerz stoppen. Ohrkerzen mit Anleitung gibts in der Apotheke. Was auch hilft ist eine heiße Kompresse auf dem Hinterkopf , die von einem Ohr zum anderen Ohr reichen sollte


HUSTEN
Es gibt ja eine Vielzahl von Einreibungsmitteln, aber haben Sie schon mal die Mischung von Teebaum- und Majoranöl versucht. Man mischt dazu je 5 Tropfen mit Oliven oder Mandelöl und reibt mit dieser Mischung Brust und Rücken ein. Das soll die Anwehrkräfte gegen Viren und Bakterien steigern

Ein gutes Mittel gegen den Reizhusten, der nachts manchmal ganze Familien wachhält, hilft ein kleines Stückchen Butter im Mund zergehen lassen...

Ein bestimmt weithin bekanntes Mittel ist der Schmalzwickel. Für alle die ihn nicht kennen: Butterschmalz etwas anwärmen, dünn auf einem Lappen auftragen (am besten Molton) und über Nacht drauf lassen.

Sie können statt des Butterschmalzes Ringelblumensalbe verwenden, das hat noch zusätzliche heilende Effekte

Die Ringelblumensalbe stellen Sie Juni bis Oktober selber her: Ca 1 kg  Butterschmalz mit zwei Handvoll Ringelblumenblüten in einem Emailtopf braten und mit einem Holzlöffel umrühren. Über Nacht kühl stellen und am nächsten Morgen wieder erwärmen bis die Mischung flüssig ist, abseihen und kühl aufbewahren.

Ist der Husten richtig schmerzhaft, sollte man auf jeden Fall  den Quarkwickel probieren. Dazu trägt man auf ein feuchtes Geschirrtuch, das man vorher in Brustgröße gefaltet  und auf ein entsprechend großes Brett gelegt hat, fingerdick Quark (Zimmertemperatur) auf. Dieser Wickel kommt auf die Brust und bleibt gut bedeckt mit zusätzlichem Handtuch und Wolldecke 2 Stunden liegen. Danach gut abwaschen und evtl. die Haut mit Mandelöl einreiben. Der Husten löst sich dann gut  und es kann abgehustet werden.

Bei Husten kommt auch die alte Inhaliertechnik zu Ehren: Eine Schüssel mit sehr heißem Wasser mit Kräutern  wie Eukalyptus, Pfefferminze und Kamille versetzen. Dann den Kopf mit einem Handtuch bedecken, und über die Schüssel beugen, daß ein Zelt entsteht in dem sich der Dampf fängt Diesen Dampf einatmen. Danach auf jeden Fall  Zugluft und kalte Luft meiden.

Baden sollte man mit einer Erkältung, wenn überhaupt, dann nur kurz. Kräuterzusätze wie Thymian wirken auf die Bronchien krampflösend. 100 g Thymian mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und dann abgeseiht in ein Vollbad geben.


Wenn Sie einen Ultra-fein-Vernebler  als Inhaliergerät besitzen, können Sie auch homöopathische Ampullen  inhalieren. Das wirkt wie eine intravenöse Injektion und hilft sofort auch bei hartnäckigen Atembeschwerden...


Eine bewährte Hustentee Mischung, die ich gerne verordnet habe:

Mischen Sie zu gleichen Teilen

Huflattich

Schlüsselblume

Thymian

Quendel

Schachtelhalm

Einen gehäuften Esslöffel von der Mischung mit kochendem Wasser überbrühen, 10 MInuten ziehen lassen, abseihen und trinken. Wen nSie den Tee auf ca 40 Grad abkühlen lassen, können Sie auch Honig dazu geben